Informationsgespräch zum Deutschen Ärztetag 2016

Auch in diesem Jahr lud die DAKJ anlässlich des Deutschen  Ärztetags die pädiatrischen Delegierten des Ärztetages zum Informationsgespräch ein. Die DAKJ fungierte dabei als Informations- aber auch als Vermittlungsorgan, um kinder- und jugendmedizinische Themen zu besprechen. Im Vorfeld sind Themen von den kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften und Verbänden eingegangen, die von den Delegierten diskutiert und zu Anträgen formuliert wurden.

Folgende Anträge wurden auf dem Ärztetag von pädiatrischen Delegierten eingereicht:

Chancengleichheit Der 119. Deutsche Ärztetag 2016 fordert Bund und Länder auf, bessere Angebote zur frühen Förderung, Bildung und Erziehung für Kinder unter drei Jahren in allen Regionen Deutschlands zu schaffen, um Krankheiten zu verhüten und die Chancengerechtigkeit insbesondere sozioökonomisch benachteiligter Kinder sicherzustellen.

Ergebnis: Der Antrag wurde angenommen.

Familiennachzug für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ermöglichen Der 119. Deutsche Ärztetag 2016 fordert die Bundesregierung auf, – die Einschränkungen des Familiennachzugs für Flüchtlingskinder wieder rückgängig zu machen und     eine Familienzusammenführung zu ermöglichen, – geflüchtete Frauen und Flüchtlingskinder vor Gewalt und vor sexuellen Übergriffen wirksam zu schützen.

Ergebnis: Der Antrag wurde angenommen.

Geusndheitskarte für Flüchtlinge Der 119. Deutsche Ärztetag 2016 fordert die Bundesregierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Gesundheitskarte gemäß Kinderrechtskonvention für Kinder und Jugendliche verbindlich und flächendeckend eingeführt wird, um bürokratische Hindernisse schnellstmöglich zu beseitigen.

Ergebnis: Der Antrag wurde angenommen.

Kinder vor Tabakrauch schützen Der 119. Deutsche Ärztetag 2016 fordert die Bundesregierung auf,

  • ein strafbewehrtes Rauchverbot in PKW einzuführen, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren;
  • Tabak- bzw. Zigarettenwerbung (auch für E-Zigaretten) im Außenbereich flächendeckend und baldmöglichst (also vor 2020, wie von der Bundesregierung geplant) zu verbieten;
  • das Sponsoring politischer Veranstaltungen durch die Tabak- bzw. Zigarettenindustrie zu verbieten, um so die Beeinflussbarkeit der Politikerinnen und Politiker zu begrenzen.

Ergebnis: Der Antrag wurde angenommen.

Operative Eingriffe an Kindern nur durch Ärzte und nur in Analgesie Der 119. Deutsche Ärztetag 2016 fordert die Bundesregierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass operative Eingriffe jeglicher Art bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern aller Altersgruppen grundsätzlich nur unter effektiver Sedierung und Schmerzausschaltung durch einen Arzt durchgeführt werden dürfen.

Ergebnis: Der Antrag wurde angenommen.

Die Anträge Institutionen für transkulturelle Pädiatrie und globale Kindergesundheit auch in Deutschland schaffen und Keine Pränataldiagnostik ohne kinder- und jugendärztliche Beratung wurden vorstandsüberwiesen.

Mit dem Antrag Richtlinien für Social Freezing hat man sich, vermutlich aus Zeitgründen, nicht befasst.

Auch im vergangenen Jahr wurden zwei Anträge der Kinder- und Jugendmedizin vorstandsüberwiesen. Hier sind die Ergebnisse zu den Beratungen:

Weiterbildung von Kinder- und Jugendärzten in Anlehnung an die Weiterbildungs-förderung von Allgemeinmedizinern (siehe S. 25 der Beratungsergebnisse 2014-2015); (Drucksache IV – 20) (Vorstandsüberweisung) Beratung im Vorstand der Bundesärztekammer am 26.06.2015,

Beschluss des Vorstands: Die Forderung spiegelt die Politik der Bundesärztekammer wider; Beratung im zuständigen Fachgremium.

Ergebnis: Die Weiterbildungsgremien unterstützen die Forderung der Antragsteller, die ambulante Weiterbildung in Kinder- und Jugendmedizin analog der Allgemeinmedizin finanziell zu fördern. Das Thema ist Gegenstand der Beratungen in der AG „Finanzierung der ambulanten Weiterbildung“.

Schulgesundheitsschwestern etablieren (siehe S. 46 der Beratungsergebnisse 2014-2015); (Drucksache VI – 114) (Vorstandsüberweisung) Beratung im Vorstand der Bundesärzte-kammer am 26.06.2015, Beschluss des Vorstands: Beratung im zuständigen Fachgremium (Fachberufe).

Ergebnis: Das Konzept „Schulgesundheitsschwestern“ soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses „Medizinische Fachberufe“ im Frühjahr 2016 unter Einbezug einer am Projekt beteiligten Ärztin vertieft beraten werden.

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